Oberstufe: Klimapolitik-Planspiel

In Zusammenarbeit mit dem River East Collegiate in Winnipeg, Kanada, begaben sich die Schüler der Klassen 11 und 12 der GISB auf ein zweitägiges virtuelles politisches Bildungsabenteuer. Mit Hilfe des Online-Simulationsspiels "Klima im Wandel" erlebten die Schülerinnen und Schüler die Komplexität politischer Verhandlungen auf spielerische Weise. Sie schlüpften in die Rollen relevanter Akteure und beteiligten sich an politischen Entscheidungsprozessen, bei denen sie sich für ihre Interessen einsetzten und andere Standpunkte verstehen mussten.

Ende April verließen die Schüler der Klassen 11 und 12 Boston, um die imaginären Länder Amalia, Jakania und Markisia zu besuchen. Wir verbrachten zwei Tage damit, an politischen Entscheidungen teilzunehmen und den Kurs unseres Landes für die nächsten 15 Jahre mitzugestalten. Und erstaunlicherweise geschah dies alles von unseren Computern aus. GISB-Schüler*innen schlossen sich mit Deutschschüler*innen des River East Collegiate in Winnipeg zusammen und loggten sich in ein Simulationsspiel namens "Klima im Wandel" ein. Dort nahmen wir neue Identitäten an. In jedem Land gab es eine Regierungspartei, eine Oppositionspartei, Klimaaktivisten und Vertreter bestimmter Wirtschaftszweige, z. B. Fabrikbesitzer. Als Teil unserer virtuellen Identität arbeiteten wir für eine dieser Gruppen in einem bestimmten Land. Außerdem erhielten wir Informationen über die Geschichte unseres Landes und seine politischen und ökologischen Prioritäten und Ziele.

Die Simulation erstreckte sich über eine 15-jährige Regierungszeit, drei Runden zu je fünf Jahren. Zu Beginn mussten sich alle Parteien auf Prioritäten einigen und versuchten, diese in mehreren Wahlzyklen und schließlich auf einem "Klimagipfel", bei dem alle Vertreter der drei Länder zusammenkamen, durchzusetzen. In jeder Runde hatten die Länder ein bestimmtes Budget zur Verfügung, und wir mussten entscheiden, wie wir das Geld investieren wollten. Die Industrie forderte mehr Mittel für Gas und Kohle, während die Klimaaktivisten Investitionen in erneuerbare Energien forderten. Bei all dem mussten die Regierungsparteien darauf achten, dass die Arbeitslosenquote nicht anstieg. Das Planspiel lieferte uns verschiedene Statistiken, mit denen wir das BIP unseres Landes, die CO2 -Emissionen, die Energieressourcen und vieles mehr überwachen konnten. Da die Prioritäten der einzelnen Teilnehmer so unterschiedlich waren, war es eine Herausforderung, sich durchzusetzen. Uns allen wurde schnell klar, dass niemand alles bekommen würde; der Schlüssel zum Fortschritt lag im Kompromiss.  

Nach 15 Jahren kehrten wir nach Boston zurück. Ich würde gerne sagen, dass wir unsere imaginären Länder vor dem Klimawandel und all seinen Folgen gerettet haben, aber das war gar nicht so einfach. Wir haben zwar etwas zum Besseren verändert, aber wir haben auch viel über die langen und schwierigen Prozesse gelernt, die notwendig sind, um eine Entscheidung zu treffen und grundlegende Veränderungen herbeizuführen.  

Es war eine aufregende Lernerfahrung, und es war toll, dass wir dabei unsere neuen Freunde in Winnipeg kennenlernen konnten. Wir hoffen, dass wir in Kontakt bleiben und wieder zusammenarbeiten werden. Das Projekt hat uns einen Einblick in die komplexe Welt der Verwaltung und Politik gegeben. Hoffentlich können wir diese Veränderungen eines Tages in einem nicht imaginären Land bewirken. 

Livia Goldschmitt ’23